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Anhalt-Bitterfeld / Zerbst / Dessau

Buntes Popcorn zeigt, wie kreativ Forschung schmecken kann. Die Hochschule Anhalt verbindet dafür Algenbiotechnologie mit alltagstauglichen Ideen.

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Mit Algen beschäftigte sich auch die Lebensmitteltechnologie pflanzlicher Produkte. Unter Leitung von Professor Jean Titze entwickelte Beatrix Parthey gemeinsam mit Studierenden herzhafte Algen-Crispies aus Mais, Ölsaaten und Wakame. Ergänzt wurde das Spektrum durch das Germanenbier aus der Hochschulbrauerei, das Jannis Böhlke nach historischen Kräutermischungen und mit moderner Brautechnik rekonstruierte.

Neben innovativen Zutaten standen Projekte im Fokus, die sich weniger um Geschmack als um Rohstoffnutzung und Ernährungssicherheit drehen. Professor Wolfram Schnäckel widmete sich dem Hagebuttenpresskuchen, einem bislang wenig genutzten Nebenprodukt der Ölpressung. Zu Mehl verarbeitet, dient es als ballaststoffreiche Komponente für Backwaren, Milchprodukte und Feinkost. Wie Biotechnologie bestehende Lebensmittel erweitern kann, zeigt das Projekt Tempeh+ von Professorin Jana Rödig. Ziel ist es, Hülsenfrüchte nicht nur klassisch zu fermentieren, sondern zusätzlich mit einem Vitamin‑B12‑produzierenden Mikroorganismus anzureichern.

Auch landwirtschaftliche Fragestellungen wurden aufgegriffen. Professorin Kathleen Schlegel untersuchte das Verhalten von Zweinutzungshennen im Mobilstall, indem das Gelände in Zonen eingeteilt und Bewegungsmuster dokumentiert wurden. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Haltungssysteme tiergerechter zu gestalten. Professor Uwe Knauer wiederum begleitet mit dem Projekt Transform Betriebe auf dem Weg zu einer modernen und nachhaltigen Bewirtschaftung. Die vorgestellten digitalen Methoden wurden per VR-Brille anschaulich erlebbar gemacht.

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Ein Beitrag von
Torsten Waschinski und der Hochschule Anhalt

Die Hochschule Anhalt hat Anfang des Jahres auf der Grünen Woche eine Reihe von Forschungsprojekten vorgestellt, die zeigen, wie vielfältig sich Ernährung, Landwirtschaft und Produktentwicklung künftig verändern könnten. Auch wenn die Messe längst vorbei ist, bleiben die präsentierten Ergebnisse aktuell – nicht zuletzt wegen eines Produkts, das zugleich experimentell, farbenfroh und alltagstauglich wirkt: buntes Popcorn mit Algenpigmenten. Der Snack steht sinnbildlich für die Verbindung von innovativen Rohstoffen und angewandter Forschung.

Entwickelt wurde das Popcorn im Technikum für Nahrungszubereitung unter Leitung von Robert Hanauska. Für die Färbung kommen natürliche Pigmente aus Mikroalgen zum Einsatz, die dem Mais nicht nur eine ungewöhnliche Optik verleihen, sondern auch das Potenzial solcher Algen für die Lebensmitteltechnik deutlich machen. Im gleichen Umfeld entstanden ein farbig schimmerndes Algen-Schafsmilch-Eis sowie ein Dinkel-Buchweizen-Sauerteigbrot. Das Brot verweist auf die Bedeutung traditioneller Rohstoffe in einer nachhaltigen Ernährung, denn Buchweizen bietet wertvolle Nährstoffe und unterstützt zugleich die Landwirtschaft durch seine Funktion als Zweitkultur und seine lange Blütezeit.

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Mit Algenpigmenten gefärbt: Das bunte Popcorn zeigt das Experimentierfeld der Lebensmittelentwicklung an der Hochschule Anhalt.

© Hochschule Anhalt/Renate Geue

Wie Städte ökologisch aufgewertet werden können, zeigte das Projekt KompetenzGrün. Es vermittelt, wie artenreiche Blühflächen auf innerstädtischen Arealen, Unternehmensflächen oder Photovoltaikfeldern entstehen. Dabei fließen jahrzehntelange Erfahrungen in Renaturierung und Grünflächenpflege ein. Einen internationalen Blick eröffnet das Projekt „Globale Lebensmittelmärkte“ von Professorin Elena Kashtanova, das Konsumtrends und Marktbedingungen in Ländern wie Japan, den USA, der Ukraine und China untersucht.

So entsteht ein Bild von Forschung, die kreativ, praxisnah und vielseitig ist – und deren Innovationsfreude sich sogar in einer Tüte bunten Popcorns zeigt.

Ansprechpartnerin

Simone Keim
Tel.: 03496 67-5311
Fax: 03496 67-95311
simone.keim@hs-anhalt.de

Besucheradresse:
Geb. 03 - Weißes Gebäude
1. Obergeschoss Raum 123
Bernburger Straße 55
06366 Köthen

Das Popcorn fügt sich ein in ein breites Spektrum an Entwicklungen rund um Mikroalgen. Das Kompetenzzentrum Algenbiotechnologie von Professorin Carola Griehl präsentierte Produkte, deren auffälliges Blau auf Phycocyanin zurückgeht – einen natürlichen Farbstoff mit antiviraler und entzündungshemmender Wirkung. Ob Smoothies, Algenbier, cremiges Eis oder knuspriges Knäckebrot: Die Bandbreite zeigt, wie vielseitig sich Mikroalgen nutzen lassen. Daneben wurden Mikroalgenstämme zur Gewinnung von Ölen vorgestellt, die für Verpackungen oder Kosmetik infrage kommen, sowie ein eierlikörhaltiges Getränk mit algenbasierter Komponente.

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