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Altmark

Am ersten Septemberwochenende strömen wieder Zehntausende Menschen in den Norden Sachsen-Anhalts. Dann ist Pferdemarkt in Havelberg. Die Tradition geht in der über tausendjährigen Bischofsstadt ins Mittelalter zurück.

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Mit rund 100 Geschäften bietet der Rummel für jeden Geschmack etwas.

© Andrea Schröder

Begehrt sind zudem die Standflächen auf dem Trödelplatz. Um die 400 Kleinhändler bieten vom sprichwörtlichen rostigen Nagel bis zum neuen Fahrrad alles an, was das Herz begehrt. Die Auswahl ist riesig und man trifft auf urige Typen. Für viele von ihnen ist die Pferdemarktwoche Urlaub. Sie reisen bereits am Montag an. Und obwohl sie ihren Standplatz schon lange vorher gebucht haben, gehört es für etliche dazu, sich ab Sonnabend oder Sonntag in die Schlange in der Elbstraße einzureihen.

Zu den Hauptakteuren gehören natürlich die Pferdehändler. Dieser Platz verströmt ein ganz besonderes Flair. Auch wenn aus Tierschutzgründen nicht mehr alle Vierbeiner kompakt an Stangen präsentiert, sondern in Paddocks bei ihren Besitzern stehen, sind sie dennoch gut sichtbar. Im vorigen Jahr wurden 473 Pferde aufgetrieben. Manche der gut 200 Händler reisen schon seit Jahrzehnten an, einige Familien gehören seit Generationen zum Pferdemarkt dazu. Beliebt sind die Pferdeshows, um die sich seit vielen Jahren Karina Vandersee-Müller mit ihren Comanchen kümmert.

In den Festzelten auf dem Marktgelände herrscht spätestens zum Abend hin ausgelassene Stimmung. Livebands spielen und es gibt Programmangebote wie zum Beispiel Rodeowettbewerbe. 

Die Tradition des Pferdemarktes, der auch als Großer Markt und Heiratsmarkt bekannt ist, reicht bis ins Mittelalter zurück. In der über tausend Jahre alten Stadt mit ihrem 1170 geweihten Dom wurde schon immer gehandelt. Verbrieft ist der Pferdemarkt seit dem Jahr 1750. Blättert man in der Chronik, lassen sich alte Zeitungsausschnitte finden. Darunter etwa der vom September 1905: „Der heutige Viehmarkt war sehr gut besucht und beschickt. In der Nacht vom 4. zum 5. des Monats waren in den hiesigen Gasthöfen 260 Personen untergebracht. Schon am Montag wurden in den Gaststätten 304 Pferde, auf dem Pferdemarkt am Dienstag dagegen über 1000, meist gutes Material, zum Verkauf gestellt. Die Saugfohlen, durchweg gutes Material, brachten 2 bis 300 Mark pro Stück. Fohlen von 1 ½ bis 2 ½ Jahren erzielten einen Preis von 4 bis 700 Mark pro Stück. Rassefohlen wurden mit Vorliebe angekauft und brachten pro Stück 6 bis 800 Mark. Große starke, volljährige Arbeitspferde erzielten einen Preis von 5 bis 900 Mark. Der Handel war sehr lebhaft.“

Zu lesen ist auch vom Schweinetreiber-Heiligabend. In Zeiten, als neben Pferden auch Schweine auf dem Markt verkauft wurden, trafen sich die Schweinehändler nach abgeschlossenen Geschäften in ihren angestammten Gaststätten. Dort verzehrten sie ihre mitgebrachten Stullen und „spülten mit erhöhtem Alkoholkonsum kräftig nach. Recht munter ging es zu, wenn sich durch den erhöhten Alkoholkonsum auch die Gewinne erhöhten", ist in der Chronik zu lesen.

Immer neue Geschichten werden Jahr für Jahr geschrieben. Das wird auch 2026 wieder so sein, wenn am 3. September um 15 Uhr mit dem Bierfassanstich in Havelberg die fünfte Jahreszeit gut gelaunt eröffnet wird.

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Bei Kindern ist das Entenangeln beliebt.

© Andrea Schröder

Der Pferdemarkt in Havelberg findet vom 3. bis zum 6. September 2026 statt. Die ersten Anreisen erfolgen am Montag, 31. August.

Zur Eröffnung gibt es am Donnerstag ab 15 Uhr im großen Festzelt den Bierfassanstich. Zum Abschluss steigt am Sonntag gegen 21 Uhr ein großes Feuerwerk in den Nachthimmel.

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Ein Beitrag von
Andrea Schröder

Er zählt mit 150.000 bis 200.000 Besuchern zu den größten Märkten in Norddeutschland und ist beliebt bei Jung und Alt. Der Havelberger Pferdemarkt steht bei vielen Menschen aus ganz Deutschland fest im Kalender ­ - egal, ob Händler, Schausteller, Künstler oder Besucher. Die Vorbereitungen für das Riesenspektakel 2026 laufen und es gibt auch schon eine neue Attraktion für den Rummelplatz, berichtet Marktmeisterin Jenny Wolff aus dem Ordnungsamt der Hansestadt.

Dabei handelt es sich um die Mega-Schaukel „Tiki Taki“ mit 45 Metern Höhe. Sie soll im vorderen Bereich des Rummelplatzes stehen. Das Interesse von Schaustellern, in Havelberg dabei zu sein, ist ungebrochen. „Wir haben viele Stammbeschicker dabei, es kommt aber auch frischer Wind mit rein“, so die Marktmeisterin.

Rund 80 Schausteller bauen alljährlich gut 100 Geschäfte auf dem Platz im Mühlenholz auf. Für jedes Alter ist was dabei. Entenangeln, Kinderkarussells, Riesenrad, Autoscooter, Breakdancer, Geisterbahn und rasante Fahrgeschäfte, die für ordentlich Kribbeln im Bauch sorgen – die Auswahl ist groß. Wer ganz hoch hinaus will, bucht einen Rundflug mit dem Hubschrauber. Dieses Angebot erfreut sich immer wieder großer Beliebtheit.

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Der Rummel gehört zu den Anziehungspunkten des Pferdemarktes in Havelberg. Für 2026 ist wieder eine neue Attraktion gefunden.

© Andrea Schröder

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