
Harz
Der Harz ist nicht nur bei Touristen, sondern auch bei Filmemachern sehr beliebt. Bereits zur Stummfilmzeit wurde hier im Jahr 1916 der Dokumentarfilm „Schierke und das Bodetal“ gedreht.
Schwenk in das Bodetal
Auch Thale mit seinem Hexentanzplatz und der Roßtrappe sowie das gesamte Bodetal bieten mit ihrer beeindruckenden Naturkulisse beliebte Drehorte für Filme wie „Spuk unterm Riesenrad: Flucht in die Berge“ (1979), „Polizeiruf 110: Im Tal“ (1982), „Der Medicus“ (2013), „Winnetous Sohn“ (2014) oder die Neuverfilmung von „Das singende, klingende Bäumchen“ (2016). Vermutlich erforderte der „Polizeiruf 110: Im Tal“ den größten Aufwand, da für die Außendrehs die natürliche Winterlandschaft des Bodetals genutzt wurde. Das erforderte zusätzliche Logistik sowie Licht- und Tontechnik im Vergleich zu einem Drehort im Studio.
Es folgten weitere Produktionen über die ersten deutschen Kaiser, in denen Gemeindemitglieder als Statisten mitwirkten. Zuletzt wurde 2024 von Tellux Dresden die 90-minütige Dokumentation „Die Sachsen – vom Pirat zum Kaiser“ produziert, die sich mit der Entstehungsgeschichte der Sachsen vom 4. bis zum 10. Jahrhundert befasst. So diente die Krypta als eine Art „Schreibstube“, in der der Historiograph Widukind von Corvey um 970 die Sachsenchronik „Res gestae Saxonicae“ verfasste. Für das Nordharzer Städtebundtheater (heute Harztheater) stand die Stiftskirche 2022 und 2023 für die Aufführungen des Mittelalter-Stücks „Im Namen der Rose" zur Verfügung.

© blue eyes Fiction/Studiocanal/Marc Reimann

Am 21. Juni 2023 war Löwenzahn zu Gast in den Halberstädter Klusfelsen.
© Holger Wegener
Die Bodetal Tourismus GmbH bietet Führungen an, die teilweise an Drehorten stattfinden. Ein Beispiel ist der Hexentanzplatz, der in der DDR-Serie „Spuk unterm Riesenrad: Flucht in die Berge“ vorkommt. Die Führungen mit und ohne Hexe drehen sich jedoch nicht um den Drehort, sondern um die Geschichte, Sagen und Mythen sowie die heutige Nutzung und Bedeutung der Orte Roßtrappe und Bodetal.
Tipps für Location Scouts sind das Bodetor, das Teufelswaschbecken, der Flusslauf der Bode, die Höhle auf dem Präsidentenweg zur Roßtrappe, der Hufabdruck der Roßtrappe, die Wanderwege im Bodetal mit Aussicht ins Tal, der Hexentanzplatz und das Harzer Bergtheater.
Szenen in der Stiftskirche
Die romanische Stiftskirche Sankt Cyriakus in Gernrode mit ihren beiden Krypten, dem zweistöckigen Kreuzgang und dem einzigartigen Heiligen Grab diente bereits mehrfach als Drehort, insbesondere für historische Dokumentationen und besondere Spielfilme. Besonders zu erwähnen ist dabei die Sönke-Wortmann-Produktion „Die Päpstin“, die 2008 unter anderem in Gernrode gedreht wurde. Noch heute sind Teile der eigens angefertigten Ausstattungsgegenstände und Filmrequisiten in der Kirche zu sehen. Auch ein Teil des „Klostergartens” ist erhalten geblieben und kann bestaunt werden.

Ein Beitrag von
Denis Siebert
„Im Harz findet man eine beeindruckende Vielfalt an tollen Filmlocations für Innen- und Außenmotive“, sagt Pascal Czerwek, Herstellungsleiter beim Münchener Produktionshaus Blue Eyes Fiction. Gedreht wurde Woodwalkers in Blankenburg und im Oberharz am Brocken, Woodwalkers 2 in Ilsenburg und Wernigerode. „Wir hatten großes Glück, die Sandsteinhöhlen in Blankenburg zu entdecken. Sie eigneten sich perfekt für die Inszenierung der Sportarena der Clearwater High – der Woodwalkers-Schule, die in den Büchern von Katja Brandis und in den Filmen das Zuhause der Gestaltwandler ist“, so Pascal Czerwek weiter. Im zweiten Teil konnten in den Räumen der Sekundarschule „Johann Wolfgang von Goethe“ in Wernigerode sowie an der Hochschule Harz authentische Schulräume der Clearwater High dargestellt werden. So konnten die Zuschauer noch tiefer in die Welt der Woodwalker eintauchen und sich mit der Schulwelt identifizieren. Die Harzlandhalle bot ausreichend Platz für einen Studiobau, in dem das Zimmer der Protagonisten mit einem realistischen Bergblick nachgebildet werden konnte. Vielleicht wird auch der dritte Teil im Harz gedreht.

Gedreht wurde Woodwalkers 2 im Sommer 2024 in der Sekundarschule „Johann Wolfgang von Goethe“ in Wernigerode, in der Sekundarschule Ilsenburg, sowie in der Harzlandhalle.
© blue eyes Fiction/Studiocanal/Marc Reimann