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Salzlandkreis

Im verschlafenen 300-Seelen-Dorf Glinde, circa 30 Kilometer südlich von Magdeburg, wird seit den Neunzigerjahren auf traditionelle Art und Weise und mit viel Liebe zum Detail Ziegenkäse hergestellt.  

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Gitte Kutschbach bietet regelmäßig Seminare an, bei denen die Teilnehmer ihren eigenen Käse machen können. Foto: Steffen Kutschbach

Unterstützt wird sie von einer Mitarbeiterin in der Käserei sowie von zwei jungen Menschen im Freiwilligen Ökologischen Jahr. Das Engagement für den Nachwuchs ist Gitte Kutschbach wichtig. „Es ist schön zu sehen, wie sich die jungen Leute entwickeln.“ Bewerben kann man sich direkt auf dem Hof oder über die entsprechende Stiftung. Im großen Bauernhaus gibt es zudem eine eigens für die FSJler eingerichtete Wohnung im Obergeschoss. Besonders junge Menschen im Wartesemester, die sich orientieren möchten, leben auf dem Hof. „Wir machen das schon seit 1998 – und kommen gut miteinander klar.“

Der Hof ist nicht nur Produktionsstätte, sondern auch Begegnungsort. Kundschaft kommt von überall her. Immer wieder erhalten die Kutschbachs Besuch aus Städten wie Berlin oder Hamburg – etwa zu den beliebten Käseseminaren, bei denen Gäste ihren eigenen Käse herstellen können. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in der nahegelegenen Stadt Barby. Neu im Angebot sind ab diesem Jahr Ziegenwanderungen entlang der Elbe, kombiniert mit Hofbesichtigung und Verkostung. Einmal im Monat finden die Termine statt.

„Das Schönste ist das Miteinander mit den Tieren“, weiß Gitte Kutschbach. „Aber auch die Nähe zur Natur und das Leben im Rhythmus der Jahreszeiten.“ Zu ihren Tieren pflegt die Hofherrin eine ganz besondere Beziehung. Eine von ihnen, „Myrrthe“, sei bereits 13 Jahre alt. Und diese Liebe schmeckt man auch in den Produkten. Auf dem Ziegenhof in Glinde geht es nicht nur um Milch und Käse. Es geht um Verantwortung, Gemeinschaft – und um die Liebe zu einer Tierart, die eigenwillig ist und gerade deshalb so geschätzt wird.

Ziegenhof Glinde

Von Ostern bis Weihnachten ist der Hofladen dienstags und samstags von 14 bis 16 Uhr geöffnet, donnerstags zusätzlich von 18 bis 20 Uhr.

Junge Menschen im freiwilligen sozialen Jahr und andere Interessierte können sich für ein Praktikum bewerben.

Alle Infos unter: www.glinder-ziegenhof.de

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Ein Beitrag von
Jessica Seemann

Der Tag beginnt früh bei Familie Kutschbach in Glinde. „Um 6 Uhr starten wir mit dem Melken“, berichtet Gitte Kutschbach, die zusammen mit ihrem Ehemann Steffen den Hof betreibt. 60 Ziegen, sowie ein paar Schweine, Hühner, Katzen und der Hütehund Jack möchten täglich versorgt werden. „Bis Mittag wird gekäst und zum Abend wird erneut gemolken.“

Seit 1998 ist der Ziegenhof in Glinde fest in der Hand der Familie. Gitte Kutschbach hat Haus und Hof einst von ihrer Großmutter übernommen – und ihm gemeinsam mit ihrem Mann, der Diplom-Landtechniker ist, eine klare Ausrichtung gegeben: Bio, Handarbeit und Ursprünglichkeit. „Ziegen sind eine dankbare Truppe“, sagt die gebürtige Glinderin. Gleichzeitig seien sie echte Feinschmecker: „Die fressen nicht alles.“ Haltung und Fütterung spielen deshalb eine zentrale Rolle – nicht nur für das Wohl der Tiere, sondern auch für die Qualität der Milch. Das Futter baut der Betrieb selbst an. Von Anbeginn wird nach ökologischen Richtlinien gewirtschaftet. Das bedeutet: keine chemischen Düngemittel, keine synthetischen Schädlingsbekämpfungsmittel. Zukäufe müssen ebenfalls Bio-Qualität haben. „Die Produktion ist dadurch teurer, aber für uns gibt es keinen anderen Weg.“

Die Ziegenmilch gilt als besonders gut verträglich. Fett- und Eiweißbestandteile sind sehr fein, sie enthält zudem Vitamin A. „Wir verarbeiten die Milch so, wie sie kommt“, erklärt die Hofbesitzerin. Da sich die Inhaltsstoffe im Laufe der Jahre und Jahreszeiten verändern, entsteht eine natürliche geschmackliche Vielfalt. Auch die Reifezeit des Käses trägt dazu bei: Sie variiert zwischen einem Tag und sechs Wochen. Im Winter allerdings geben die Ziegen keine Milch – dann ruht die Käseproduktion.

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Steffen Kutschbach mit Hütehund Jack auf der Weide. Foto: Thomas Schäfer

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