
Altmark
Frühere Packebuscherin verzichtet beim Kochen auf tierische Produkte und schafft es dennoch, sogar altmärkische Klassiker zuzubereiten: Nachzulesen in einem Buch voller Rezepte.

Viel Zeit investiert
„Ursprünglich“, so die junge Frau, die im Hauptberuf Sozialarbeiterin und als solche in einem Jugendamt im Brandenburgischen tätig ist, „wollte ich das nur für mich machen. Aber dann hat es so viel Spaß gemacht. Und ich habe so viel Zeit investiert, dass ich es schließlich auch nach draußen tragen wollte“, sagt Pia Dankert, geborene Hemstedt.
Und so musste sie sich natürlich auch mit Vermarktungsstrategien und mit professionell anmutender Fotografie befassen. Denn die Bilder von den veganen Gerichten sollen schließlich Lust darauf machen, sie nachzukochen. Das Buch, das insgesamt 80 Rezepte enthält, hat sie im sogenannten Selbstverlag und mit einer Auflage von rund 200 Stück herausgebracht. „Ich wollte keine Rechte abgeben“, beschreibt die Autorin die Situation.
Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und ein Exemplar erwerben möchte, der kann sich via Mail an sie wenden, und zwar unter der Adresse piadankert0@gmail.com. Das Kochbuch ist aber auch über den Online-Marktplatz Etsy erhältlich, der Kreativen eine Plattform für Selbstgemachtes bietet.
Dort werden auch regelmäßig Gerichte aufgetafelt, die sich in ihrem Kochbuch finden. Es trägt den Titel „Vegane Küche – Meine pflanzliche Liebeserklärung“. Weil nämlich auch Heimatliebe durch den Magen geht, zeigt es, dass sich selbst Klassiker wie Hochzeitssuppe oder Frikassee durchaus rein pflanzlich herstellen lassen. „Aber am Anfang war es schwierig“, gibt Pia Dankert zu. „Ich habe viel experimentiert und immer weiter probiert, bis Konsistenz und Geschmack irgendwann gestimmt haben“, beschreibt sie den Prozess, ihre Rezepte zum Nachkochen zu erstellen. Rund zwei Jahre hat es gedauert, bis aus der Idee für das Buch schließlich Realität werden konnte.

Brownie-Avocado-Kuchen von Pia Dankert
(ergibt 9 Scheiben)
Für den Boden:
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1 Avocado, reif
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180 g Kokosöl (weich)
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190g Zucker
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1 EL Apfelessig
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40 g Teffmehl
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160 g Reismehl
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45 g Back-Kakao
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1 Pk Vanillezucker
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1 ½ TL Natron
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1 Prise Salz
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Kokosöl zum Einfetten
Für das Topping:
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2 Hände voll Erdbeeren
Zubereitung:
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Den Backofen auf 175 °C Ober - / Unterhitze vorheizen. Avocado schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden.
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Kokosöl, Zucker, Apfelessig und die zerkleinerte Avocado in eine große Schüssel geben. 240 ml warmes Wasser untermischen.
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Teffmehl, Reismehl und Back - Kakao dazu geben. Vanillezucker, Natron und Salz einrühren. Alle Zutaten mit einem Mixer vermengen.
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Eine Kastenform mit Kokosöl einfetten. Den Teig in die Kastenform geben und 50 Minuten bei 175 °C Ober - / Unterhitze backen.
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Dann kannst du den Brownie - Kuchen aus dem Backofen nehmen.
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Nachdem er 30 Minuten in der Form abgekühlt ist, kannst du ihn nun aus der Form stülpen.
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Mit Erdbeeren toppen und auf der Zunge dahinschmelzen lassen.
Ob warm oder kalt: Gaumenfreude ist garantiert. Hast du kein Reis- und Teffmehl im Vorratsschrank? Nicht schlimm, dann verwende 200 g Mehl deiner Wahl.

Ein Beitrag von
Conny Kaiser
Lassen sich rustikale und teils recht fleischlastige Gerichte wie die aus der typisch altmärkischen Küche auch vegan, also ganz ohne tierische Produkte und somit auch ganz ohne Eier und Milch, zubereiten? Pia Dankert hat da ihre ganz eigenen Erfahrungen gemacht – und sie zum Nachkochen in einem Buch zusammengefasst.
Pia Dankert selbst ist in der hiesigen Region großgeworden. Genauer gesagt, in Packebusch, wo sie bis zu ihrem 16. Lebensjahr Kindheit und Jugend verbracht hat. Ihre Eltern und auch die Großmutter sind nach wie vor in dem 238-Seelen-Dorf zu Hause. Sie selbst hingegen hat es über einige Umwege in den Speckgürtel von Berlin verschlagen, wobei sie mit echtem Speck schon seit sieben Jahren nichts mehr am Hut hat.
Familie lebt nicht vegan
Denn die junge Frau, verheiratet und Mutter eines Sohnes, isst vegan, also rein pflanzlich. Die Entscheidung dazu hat sie für die eigene Gesunderhaltung, aber auch aus ethischen Gründen getroffen, wie sie betont. Allerdings verteidigt sie diese gegenüber anderen Leuten nicht mit missionarischem Eifer. Umso mehr freut sie sich, wenn auch die Familie, die anfangs durchaus etwas skeptisch war, inzwischen immer wieder gern ihre veganen Rezepte probiert. Ehemann und Schwiegereltern sind für Pia Dankert als Versuchspersonen ja stets greifbar, konsumieren aber nach wie vor auch tierische Produkte. Der zweijährige Sohn indes „weiß, dass ich kein Fleisch esse. Wir erklären es ihm, warum das so ist. Und er darf dann selbst entscheiden“, berichtet die 35-Jährige von der Situation am heimischen Essenstisch.

Pia Dankert bei der Zubereitung veganer Speisen, deren Rezepte sie in einem Buch zusammengefasst hat. Es ist im sogenannten Selbstverlag erschienen.
Foto: P. Dankert