top of page
UL_Mrosek_Baumkuchen-(4).jpg
Anhalt-Bitterfeld / Zerbst / Dessau

Wer heute die Askanische Straße entlangspaziert, erkennt die Konditorei Mrosek schon am vertrauten Duft: Kaffee, Butter, Vanille, warmes Gebäck. Obwohl am Vormittag bereits reger Betrieb herrscht, strahlt das Geschäft dieselbe Ruhe und Beständigkeit aus, die es seit Generationen prägt. Kaffeehausgäste, Stammkundschaft und neugierige Besucher aus dem Gartenreich füllen die Tische.

Die Brüder tüfteln weiter: neue Pralinensorten, zeitgemäße Feingebäcke, moderne Varianten alter Klassiker. Seien es speziell verpackte Pralinenkreationen zum Kurt Weill Fest oder Baumkuchen mit dem Motiv des Bauhausjubiläums. Und trotz aller Innovation bleibt der Stil der Konditorei unverkennbar: Mrosek bleibt Mrosek. Und das heißt von Dienstag bis Sonntag ein wohl bestücktes Büfett mit zehn bis zwölf Torten, fünf bis sechs Sorten Kuchen, Holländer-Schnitten und eine feine Auswahl an Petits Fours. Auch das Eis, das in vier Sorten angeboten wird, kommt aus eigener Produktion. Nach wie vor der Renner sind die Baiser- und Krokant-Eisbecher. Und wem der Sinn absolut nicht nach süßen Köstlichkeiten steht, findet auf der Karte auch kleine herzhafte Angebote.

2026 steht die Konditorei Mrosek nicht nur als Handwerksbetrieb da, sondern als Stück Stadterinnerung. Ein Ort, an dem Geschichten weitergegeben werden – von Generation zu Generation.

Matthias Fuchs engagiert sich schon seit vielen Jahren als Vorsitzender der Prüfungskommission für den Berufsnachwuchs. Allein in der Konditorei Mrosek wurden bisher 63 Konditorinnen und Konditoren ausgebildet.

Auch der Online-Handel spielt inzwischen eine Rolle. Dauergebäck, Baumkuchen und Stollen sind hier gerade vor dem Weihnachtsfest sehr gefragt, häufig kommen die Bestellungen von ehemaligen Dessauern.

Und während täglich frisches Gebäck über die Theke wandert, lebt der Geist von Hans Mrosek weiter: Mut, Handwerk und die Überzeugung, dass ein gutes Stück Kuchen die Menschen zusammenbringt.

UL_Mrosek_Baumkuchen-(4).jpg

Schicht für Schicht: In der Backstube entstehen regelmäßig handgefertigte Baumkuchen.

anke-katte.jpg

Ein Beitrag von
Anke Katte

2025 feierte die Konditorei Mrosek ihr 80-jähriges Bestehen. Heute, 2026, blickt das Familienunternehmen stolz auf inzwischen 81 Jahre zurück.

Gegründet wurde sie am 1. September 1945 kurz nach dem Zweiten Weltkrieg durch Hans und Ilse Mrosek – unter Bedingungen, die man heute kaum noch nachvollziehen kann. In einer Zeit des Mangels stellte Hans Mrosek in dem provisorischen Geschäft in der Franzstraße Fondant-Pralinen und später auch Gebäck her und schuf so ein Stück Alltagssüße, das Dessau dringend brauchte.

Seine Geschichte bewegt bis heute: kriegsverletzt, den linken Arm verloren, dennoch den Mut gefunden, ein Leben als Konditor zu beginnen. Dass aus diesem mutigen Neuanfang ein Traditionsbetrieb wurde, begleitet heute noch viele Dessauer Familien.

Nach dem Übergang an Schwiegersohn Bernd Fuchs 1978 übernahmen 2004 Hendrik und Matthias Fuchs das Ruder. Seitdem führen die beiden Konditormeister das Erbe ihres Großvaters fort – mit viel Liebe zum Handwerk und einer Prise kreativer Verrücktheit und einer großartigen Mannschaft in der Backstube und im Café.

UL_Mrosek_Petit-Four(11).jpg

Konditormeister Hendrik Fuchs mit einem Tablett voller lustiger Petits Fours in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen.

Foto: Anke Katte

Konditorei Mrosek

Askanische Straße 52

06842 Dessau-Roßlau​

Telefon: (03 40) 21 26 51

E-Mail: service@konditorei-mrosek.de​

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr

Sonntag von 13.30 bis 17 Uhr

UL_Mrosek_Erdbeertorte.jpg

Festtagstorte selbstgemacht
Erdbeer-Obsttorte aus dem Hause Mrosek

Rezept für zwei Torten. Tipp von Konditormeister Hendrik Fuchs: Man kann sich den zweiten Boden für die kommenden Tage aufheben, den Pudding einfach in ein Glas füllen oder essen. Das Gelee kann man wieder auflösen, z. B. in der Mikrowelle.

 

Zutaten:

7 Eier, 250 g Zucker, 170 g Weizenmehl (405), 100 g Weizenpuder, 50 g flüssige Butter

Außerdem:

2 Wiener Böden (Durchmesser 26 cm)

Zutaten:

Zubereitung:

  • Ofen auf 180 °C vorheizen, Ober- und Unterhitze, keine Umluft; Eier und Zucker warm und kalt aufschlagen; Weizenmehl und Weizenpuder unterheben; flüssige Butter zufügen; Teig in die Springformen füllen; Backzeit ca. 25 min; Böden auskühlen lassen

  • Aus 1 Liter Milch (3,5 %), 200 g Zucker und 125 g Cremepulver einen Pudding kochen und heiß auf die Böden streichen. Nach dem Abkühlen 800 bis 1000 g Erdbeeren (gewaschen) pro Torte auf den Böden verteilen.

  • 1 Liter Wasser mit 200 g Zucker verrühren; 20 Stück Blattgelatine für zehn Minuten in etwas Wasser einweichen, ausdrücken und zu dem Zuckerwasser geben, erwärmen, bis sich die Gelatine restlos aufgelöst hat. Wenn die Masse anfängt zu gelieren, über die Erdbeeren geben.

UL_Mrosek_Bauhausjubiläum-(3).jpg

Baumkuchen-Souvenir zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus in Dessau“

Torfsteine, Prasselkuchen, Rumkugeln und die legendäre Nusstorte bleiben Klassiker. Doch auch 2026 entstehen in ihrer Backstube noch immer kreative Thementorten in Bootsform, „Tatort“-Torten mit „Bluteffekt“ oder übergroße Zähne für Praxisjubiläen. Wer in Dessau eine außergewöhnliche Tortenkreation mit Foto, Motto, Schrift oder Figuren sucht, findet sie meistens hier. Die größte Thementorte, die jemals in der Backstube entstand, maß immerhin 1,20 Meter. Auch die Geburtstagstorte zum 30. Jubiläum des Rathaus-Centers, in dem die Konditorei immerhin 30 Jahre lang präsent war, kam aus dem Hause Mrosek.

Der Lockdown des März 2020 ist den beiden Brüdern bis heute präsent. Was damals plötzlich stillstand, hat sich inzwischen wieder stabilisiert – und mehr noch: Die Dessauer haben die Konditorei in den letzten Jahren regelrecht neu für sich entdeckt.

Viele Stammkunden kamen nach der Pandemie bewusster zurück, andere wurden erst durch die Krise auf die Bedeutung lokaler Handwerksbetriebe aufmerksam. Heute ist der kleine Gastraum oft voll, besonders am Wochenende. Kaffeehauskultur hat in Dessau wieder einen festen Platz.

bottom of page