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Wittenberg

Bunte Tapeten, Filterkaffee und Waffeln nach Wunsch: In der Wittenberger Schloßstraße lädt der neue „Waffelmax“ auf eine süße Zeitreise ein. Was Besucher neben DDR-Charme noch erwartet.

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© Paul Damm

Auch typische Süßwaren der DDR wie die Bambina-Schokolade oder Liebesperlen finden sich im Sortiment. Natürlich darf der „Kalte Hund“ nicht fehlen – ein Klassiker, der in der DDR auf keiner Kaffeetafel fehlte. Musikalisch wird das Thema konsequent fortgesetzt: Aus den Lautsprecherboxen erklingen Lieder von Karat, City oder den Puhdys. „Waffelmax“ – der Name ist Programm. Max, das ist Claudia Lehmanns Sohn. Ein Bild aus jungen Jahren ziert die Schaufenster und gehört zum Logo. Der junge Mann absolviert derzeit eine Ausbildung zum Koch. Vielleicht, so hofft seine Mutter, übernimmt er eines Tages nicht nur das Eiscafé an der Wittenberger Schlosskirche, sondern auch den Waffelladen. „Es ist also auch ein kleines Stück Zukunftsplanung“, sagt die Café-Betreiberin.

Bewusst langsam gestartet

Die Eröffnung Anfang April 2025 verlief laut Lehmann ohne große Ankündigung. Nur über soziale Medien und Mundpropaganda verbreitete sich die Nachricht von dem neuen Laden. „Wir wollten erst einmal selbst Routine finden“, erklärt die Wittenbergerin. Gerade während der Osterferien habe das gut funktioniert: Viele Familien kamen vorbei, Touristen entdeckten das Angebot beim Stadtbummel. Und recht schnell sei klar geworden: Das Konzept funktioniert. Besonders ältere Gäste fühlen sich sofort an ihre Kindheit und Jugend erinnert. Aber auch junge Besucher finden Gefallen an der Retro-Atmosphäre und dem Selbstbedienungskonzept.

Dass es in Wittenberg mit dem „Waffelhaus“ im Arsenal bereits ein anderes Waffelcafé gibt, ist Lehmann bewusst. Doch die Betreiberin sieht klare Unterschiede. „Bei uns gibt es keine fertigen Waffelteller und keine Baumstriezel.“ Jeder Gast gestaltet seine Waffel individuell. Außerdem praktisch: Wer es eilig hat, kann seine Waffel oder ein Eis an einem Ausgabefenster an der Schloßstraße mitnehmen. Die Sortenauswahl beim Eis bleibt dabei auf Schoko, Vanille und Erdbeere beschränkt, die klassischen Sorten, die in der DDR erhältlich waren – natürlich in der Muschelwaffel.

Auf „Dosenware“ wird gänzlich verzichtet. „Jeder stellt sich seine Waffel selbst zusammen“, sagt Lehmann. „So kann jeder nach eigenem Geschmack entscheiden und immer Neues ausprobieren.“ Neben vielen süßen Varianten wird „Waffelmax“ zukünftig auch herzhafte Waffeln anbieten: mit Käse und Schinken oder, je nach Saison, mit Tomate, Mozzarella oder selbstgemachtem Pesto. Sogar an die vierbeinigen Begleiter der Gäste hat Claudia Lehmann gedacht: In Zukunft soll es in dem kleinen Laden spezielle Waffeln für Hunde geben – aus verträglichen Zutaten, ohne Gluten und Zucker. „Viele Spaziergänger kommen mit ihrem Hund vorbei – da wollten wir auch für sie ein kleines Angebot schaffen.“

Auch getrunken wird „stilecht“: Statt internationaler Markenprodukte gibt es die gute Vita-Cola, dazu Kaffee, der als klassischer Filterkaffee in bunten Kannen serviert wird. Wer möchte, bekommt eine ganze Kaffeekanne an den Tisch – wie früher beim Familienkaffee am Sonntagnachmittag. Natürlich gibt es auch „West-Produkte“ wie den Milchkaffee aus dem Kaffeeautomaten – allerdings serviert in Sammeltassen, deren Muster sicherlich vielen Gästen bekannt vorkommen wird.

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Ein Beitrag von
Paul Damm

Zwischen knallbunten Retro-Tapeten in Grün- und Orangetönen, alten Küchenschränken, bunten Polstermöbeln und Sammeltassen aus DDR-Zeiten liegt der verlockende Duft von frischgebackenen Waffeln in der Luft. „Waffelmax“ heißt das kleine Café, das Claudia Lehmann seit April 2025 in der Schloßstraße betreibt – und das auf Anhieb Erinnerungen an längst vergangene Zeiten weckt. Dass daraus kein „gewöhnliches“ Café werden würde, stand für sie von Anfang an fest. „Wir wollten was schaffen, das auffällt, das Erinnerungen weckt und wo man sich trotzdem sofort wohlfühlt.“ Der Umbau zum „ostalgischen“ DDR-Wohnzimmer dauerte gerade einmal vier Wochen. Für das Inventar des Ladens reiste sie quer durch Deutschland, durchstöberte Flohmärkte, Kleinanzeigenportale und Haushaltsauflösungen. Entstanden ist daraus ein Raum, der liebevoll zwischen zwei Welten spielt: auf der einen Seite Elemente des modernen 70er- und 80er-Jahre-Designs, auf der anderen Seite das klassische ostdeutsche Wohnzimmergefühl. Einige Möbelstücke und Deko-Artikel können Gäste sogar erwerben. „Wenn jemand eine Sammeltasse oder ein Römerglas schön findet, kann er es auch kaufen“, erklärt Claudia Lehmann. Der Laden bleibt so ständig im Wandel.

Individuelle Kreationen

Im Mittelpunkt des Angebots stehen – wie der Name verrät – frisch gebackene Waffeln in verschiedenen Größen; vom handlichen Waffel-Stick bis zum großen Essteller. Die Gäste stellen sich ihre Kreationen an einer Theke selbst zusammen: Obst, Joghurt, Apfelmus, rote Grütze, warme Schokoladensoße und viele weitere Toppings wie Gummibären oder Müsli stehen zur Auswahl. Alles wird frisch vorbereitet.

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Obst, Soßen oder Schokostreusel: jeder Gast gestaltet seine Waffel nach eigenem Geschmack.

© Paul Damm

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